Arbeitsfelder der Jugendsozialarbeit

1. Einzelfallhilfe

 

        Einzelfall

Die Einzelfallhilfe, die den Hauptschwerpunkt in der Jugendsozialarbeit bildet, setzt sich aus vier Teilen zusammen:

  • Beratung von Schüler*innen
  • Beratung von Eltern
  • Beratung von Lehrer*innen
  • Pädagogische Fachgespräche

Oft kann das eine nicht vom anderen getrennt werden, so dass eine Beratung immer einen gemeinsamen Prozess darstellt.

Dabei gilt der Grundsatz einer wertschätzenden Sichtweise gegenüber allen Personen und Abläufen. So wird das Augenmerk auf schon möglich vorhandene Ressourcen gelegt. Das lösungsorientierte Arbeiten soll diese Ressourcen nutzen und erweitern, damit wieder eine Perspektive für zukünftiges Handeln gesehen werden kann.

 

2. Sozialkompetenztraining

 

Sozial-Kompetenz-Training

Seit dem Schuljahr 2015/16 wird an der Grundschule Schäftlarn in allen Klassen ein Sozialkompetenztraining durchgeführt.

Jeweils vier Module pro Schuljahr greifen folgende Themen in den jeweiligen Klassenstufen auf:

  1. Klasse: Meine Gefühle
  2. Klasse: Der Umgang mit meinen Gefühlen und den Gefühlen anderer
  3. Klasse: Kommunikation
  4. Klasse: Erwartungen an mich; Umgang mit Stress; Ausblick in die Zukunft

Ein Schultagebuch, welches zum Sozialkompetenztraining und zu „aufgschaut“ (ab der dritten Klasse) geführt wird, begleitet die Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse.

Dieses Training wurde von der Jugendsozialarbeit speziell auf die Grundschule Schäftlarn zugeschnitten und wird regelmäßig aktualisiert. Auch ist es möglich, dass Einheiten verändert bzw. zusätzlich eingebracht werden – je nach Bedarf der Klassengemeinschaft.

 

3. „aufgschaut“

 

aufgschaut

„aufgschaut“ ist ein Programm der Münchner Polizei zur Förderung der „Selbstbehauptung und Zivilcourage“, das speziell für Grundschulkinder konzipiert wurde. Es ist ein Polizei-Kurs für Kinder durch Multiplikatoren. An der Entwicklung  waren das Kommissariat für verhaltensorientierte Prävention und Opferschutz (Polizeipräsidium München) und der Lehrstuhl für Sozialpsychologie (LMU München) beteiligt.

Die Ziele dieses Gewaltpräventivprojektes liegen in der Förderung von Selbstbehauptung, Zivilcourage, Gemeinschaftsgefühl, Hilfeverhalten und gewaltfreien Konfliktlösungen.

Die Vermittlung erfolgt dabei über Spiele und Übungen, die folgende Themenbereiche ansprechen:

„Ich achte auf mich!“

„Ich achte auf die anderen!“

„Konflikte kann ich lösen!“

„Mein Körper gehört mir!“

Alle dritten und vierten Jahrgangsstufen erhalten zu jedem Themenbereich in jedem Schuljahr eine Stunde.

 

4. Streitschlichter

Streitschlichter

„Streitschlichter“ sind Kinder, die speziell für eine Mediation ausgebildet werden. Dabei geht es vor allem darum, anderen Kindern bei der Lösung von Alltagskonflikten – nicht bei schwerwiegenden Vorfällen (z.B. mögliches Mobbing) - beizustehen und gewaltfrei auszutragen. Diese Maßnahme fördert ein verantwortungsvolles und demokratisches Denken und Handeln, dessen Auswirkungen das Erscheinungsbild und das Klima der gesamten Schule mit prägen. Auch die Mediator*innen profitieren von dem Erlernen von Fähigkeiten und Sozialkompetenzen (wie z.B. der Umgang mit Gefühlen, das Aufstellen von Gesprächsregeln, das Hinterfragen des Zustandekommens von Konflikten etc.), die sie im eigenen Leben außerhalb der Schule nutzen können.

 

Für eine solche Ausbildung werden alle Schüler*innen der dritten Klassen angesprochen, da die Kinder einerseits dafür alt genug sind, andererseits bis zum Ende der vierten Klasse die Möglichkeit haben dieses Amt auszuüben.

 

5. Ressourcentraining

In den zweiten Klassen bietet die Jugendsozialarbeit für jede Klasse ein Ressourcentraining an, an dem jeweils vier Kinder teilnehmen können. Der grundsätzliche Gedanke liegt darin, zu überlegen, was jedes einzelne Kind schon an Ressourcen mitbringt, und wo Erweiterungen stattfinden können. Dabei werden auch die Eltern mit eingebunden.

Das Training ist auf acht einstündige Einheiten angelegt, die folgende Themen behandeln:

 

  1. Wo stehe ich aktuell? Was habe ich schon erreicht? Wo möchte ich hin?
  2. Anlegen eines „inneren Helfers“
  3. Definition möglicher Teilziele und deren Umsetzungsmöglichkeiten
  4. Erarbeitung einer Arbeitsstrategie
  5. Einübung der Arbeitsstrategie
  6. Umgang mit Ablenkung
  7. Strukturierung von Hausaufgaben
  8. Zusammenfassung des Gelernten/Umgang mit Rückschlägen/Ausblick in die Zukunft

6. Life Kinetik Fun

lifkinetik

Ab dem Schuljahr 2016/17 bietet die Jugendsozialarbeiterin Isabelle Kilian für die ersten und die zweiten Klassen Life Kinetik Fun an.

Life Kinetik Fun ist ein spielerisches Bewegungstraining für jedes Alter, deren Übungen neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen schaffen. Dadurch wird zusätzlich geistiges Potenzial zum Leben und Lernen erweckt. Das Gehirn entwickelt eine höhere Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Stressre­duzierung, Verbesserung der Aufmerksamkeit und der Handlungsschnelligkeit sind die Folgen.

Es geht in diesem moderaten Bewegungstraining nicht darum, alle Übun­gen perfekt zu beherrschen. Den Leistungsdruck herauszunehmen, zuzulas­sen, dass man nicht alles richtig machen muss, sich auf Neues einzulassen und auszu­probieren, sind die wesentlichen Grundlagen, um neue Strukturen schaffen zu können. Dies fällt den Kindern anfangs oft sehr schwer – tut ihnen aber sehr gut, wenn sie einmal gefühlt begriffen haben, worum es hier eigentlich geht: Einfach Spaß an der Ausübung von ungewöhnlichen Bewegungsabläufen zu haben!

 

 

 

 

 

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