Bericht aus dem Umwelt- und Mobilitätsausschuss vom 20.10.2021

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Sachstandsbericht Kommunales Energieeffizienz-Netzwerk (KEEN)

 

Schäftlarn ist seit Oktober 2020 Mitglied im Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk (KEEN) Ebersberg-München. Ziel ist die Steigerung der Energieeffizienz, die Verminderung von klimaschädlichen Treibhausemissionen und die Senkung der Energiekosten der beteiligten Kommunen durch die energetische Untersuchung von kommunalen Liegenschaften. Die Kommunen erhalten eine umfassende Analyse der eigenen Energieeffizienzpotenziale mit Bewertung der Maßnahmen für eine Umsetzung. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen soll weiter Synergien schaffen. Das Netzwerk wird durch das Institut für nachhaltige Energieversorgung GmbH und der  Energieagentur Ebersberg-München gGmbH organisiert. Das Netzwerk läuft bis September 2023 und wird durch Bundesmittel mit 60 % gefördert. Für die Gemeinden entstehen jährlich Kosten von 7.200 €. Um die Koordination und Kommunikation zwischen Netzwerk und Kommunen zu gewährleisten, muss jeweils ein Netzwerkbeauftragter von Seiten der Kommunen festgelegt werden.

Der bisherige Netzwerkbeauftragte Marcel Tonnar hat im August 2021 diese Rolle an Eva Kellner, als neue Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Schäftlarn, übergeben. Sie übernimmt damit die Koordination und Kommunikation bezüglich der Netzwerktätigkeiten für die Gemeinde.

Im ersten Netzwerkjahr wurden vier Netzwerktreffen mit den Themenschwerpunkten Energieeffizienz, Wärme, Photovoltaik und E-Mobilität abgehalten. Zudem wurden Analysen der Straßenbeleuchtung, Grundschule, Kläranlage, des Hochbehälters, Pumpwerks und Mehrfamilienhaus Bergstraße 5 durchgeführt. Durch die daraus entstandenen Befundberichte der Liegenschaften wurden Maßnahmen konkretisiert, welche in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden sollen, um damit Energiekosten zu senken und Treibhausgasemissionen zu verhindern. Die Netzwerkorganisatoren unterstützen teilweise bei der Umsetzung der Maßnahmen.

Durch diese Maßnahmen sollen insgesamt 140.000 kWh/a Endenergie, 200.000 kWh/a Primärenergie und 60 t/a CO² eingespart werden. Unter anderem soll ein Energiemanagementsystem etabliert, Betreibermodelle für die auslaufenden EEG geförderten PV-Anlagen für die Eigenstromgewinnung und ein Sanierungsfahrplan für das Mehrfamilienhaus Bergstraße 5 entwickelt werden. Auch die bereits beschlossene Umrüstung der Straßenbeleuchtung zählt zu den geplanten Maßnahmen im Rahmen des Netzwerks. Weitere kleine Maßnahmen sind z. B. die Dämmung von Pumpen und Systemkomponenten bei Heizungen.

 

Sachstandsbericht Umsetzungsprogramm ++

Das Umsetzungsprogramm ++ ist im Rahmen des gemeinschaftlichen Projekts Digitale Energieplanung für den Landkreis München zwischen dem Landkreis München und der Energieagentur Ebersberg-München gGmbH entstanden. Es wurden Energieinfrastruktur-Daten der einzelnen Gemeinden des Landkreises erarbeitet. Die Gemeinde Schäftlarn schließt sich diesem Programm an, dadurch können die erarbeiteten Daten validiert und aktualisiert, Potenziale konkretisiert und mit aktuellen Projekten abgestimmt werden. Durch das Programm als innovatives Werkzeug sollen gemeindeweite Potenziale für Energieeinsparung und der Ausbau erneuerbare Energien für die Bereiche Strom und Wärme (z. B. PV-Anlage an der Autobahn, Nahwärmenetze etc.) aufgezeigt werden.

Ein Termin für ein erstes Fachgespräch zwischen Verwaltung und Verantwortlichen der Energieagentur wurde vereinbart.

Durch das Umsetzungsprogramm ++ kann auch ein Teil des Antrags der Partei Bündnis 90/ Die Grünen Erstellung einer Photovoltaikstrategie für die Gemeinde: „Mehr PV Energie für Schäftlarn“ bearbeitet werden. Es werden Potentialanalysen für mögliche Freiflächenstandorte und Potentiale auf Dächern privater Immobilien genauer betrachtet, um die Potenziale im Nachgang aktivieren zu können.

Grundsatzentscheidung bezüglich Klimaschutz – Fördermöglichkeiten

Die Gemeinde Schäftlarn hat bereits im Jahr 2013 ein Klimaschutzkonzept erstellt, welches durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert worden ist. Dadurch hat die Gemeinde kein Anrecht auf weitere Bundes-Fördermittel für die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts bzw. eine nachfolgende Förderung für Umsetzungsbegleitung.

Da ohne Förderung die Gemeinde für die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts ebenso Kosten für externe Dienstleistungen insbesondere für IST- und Potenzialanalysen, Prozess- und Workshopbegleitung. etc. einzuplanen hat und auch die Personalkapazität der Klimaschutzmanagerin an die Erstellung des Konzepts stark gebunden wäre, wurde grundsätzlich recherchiert, welche sinnvollen Fördermöglichkeiten es im Bereich Klimaschutz gibt, von welchen die Gemeinde Schäftlarn profitiert.

Durch die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes (KSK) wird eine strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für Kommunen entwickelt. Durch eine Bestandsanalyse für Handlungsfelder wie öffentliche Liegenschaften, private Haushalte, Unternehmen, Mobilität, Abwasser und Abfall werden Potenziale für Energieeffizienz, Energieeinsparmöglichkeiten und den Ausbau erneuerbarer Energien zum verminderten CO2-Ausstoß für die Gemeinde Schäftlarn ausgewiesen. Anhand dieser Potenziale werden konkrete Maßnahmen erarbeitet. Durch ein gefördertes externes Konzept ist es im Nachgang möglich, eine Förderung für eine Umsetzungsbegleitung der Maßnahmen zu beantragen. Dies ist für das Konzept aus dem Jahr 2013 nicht mehr möglich, da aktuell eine Frist von drei Jahren für die Beantragung einer Folgeförderung gilt. Bei einer Beantragung der Förderung für ein neues Klimaschutzkonzept muss insbesondere begründet werden, warum eine Neukonzeptionierung sinnvoll ist.

In einem Klimaanpassungskonzept werden klimaanpassungsrelevanten Bereiche einer Kommune berücksichtigt (z. B. Planen und Bauen, Straßenunterhalt, öffentliche Gebäude, Ver- und Entsorgung, Bevölkerungsschutz, Gewässer 3. Ordnung). Unter anderem wird die Ausgangssituation bewertet durch aktuelle Informationen bezüglich Klimafolgen (Starkregenereignisse, Trockenheit, Hitze, Sturm etc.). Es werden zudem mögliche Anpassungsvorhaben und Maßnahmen hinsichtlich Wirksamkeit und Realisierbarkeit aufgezeigt. 

Der Umwelt- und Mobilitätsausschuss beauftragte die Verwaltung, eine Förderung für ein externes Klimaschutzkonzept zu beantragen. Zusätzlich soll sich nach der Fertigstellung eines Klimaschutzkonzepts mit dem Thema Förderungen bezüglich Klimaanpassungskonzepte beschäftigt werden. Es wurde vorgeschlagen ein Klimaanpassungskonzept durch die Gemeindewerke zu beauftragen, da gerade im Hinblick auf das Thema Entwässerung bei Starkregen, Versickerung von Regen durch den Klimawandel Handlungsbedarf besteht. Dies soll nun mit den Gemeindewerken besprochen werden.

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